Die Burgruine Stolzenberg


Über einen Serpentinenweg gelangt man zu dem historisch ältesten Baudenkmal und Wahrzeichen des Stadtteils Bad Soden, die Burgruine Stolzenberg. Über Jahrhunderte hinweg beherbergte die Burg ein edles Rittergeschlecht und gewährte den Bewohnern des Ortes Schutz vor Feinden.

Erst in den Berichten eines Geschichtsschreibers von 1836 wird die Burg Stolzenberg beschrieben. Nach den Beschreibungen handelte es sich um ein Burggelände, daß die ganze Bergkappe einnahm. Innerhalb von Gräben, Erdwällen und Befestigungsmauern befanden sich das rechteckige Wohngebäude - das laut späteren Urkunden auch eine Kapelle beherbergte - , Ställe und Vorratsgebäude. Der heute noch erhaltene massive Turm schütze die Burg von der Hauptangriffsseite her. Burg und Stadt waren durch eine Stadtmauer verbunden.

Das genaue Alter und auch die Entstehungsgeschichte der Burg Stolzenberg sind unbekannt. Erstmale wird die Burg im Jahre 1252 in einer Urkunde erwähnt. In dieser Urkunde wird dem Abt des Stiftes Fulda vom deutschen Gegenkönig Wilhelm von Holland die Genehmigung erteilt, die Burg wieder aufzubauen, die 'durch Feinde der Kirche böswillig zerstört worden ist'. In der Folgezeit war das Stift Fulda Eigentümer der Burg. Die Burg wurde von den Fuldaer Amtmännern und später von Lehnsherren bewohnt, die die Aufgabe hatten, den dazugehörigen Besitz zu verwalten, die Abgaben einzuziehen und die Bevölkerung vor Feinden zu schützen.

Durch zahlreiche Fehden mit der Ritterschaft verschuldete der Abt des Stiftes Fulda mehr und mehr. Schließlich sah er sich gezwungen, Teile des Stiftgebietes zu verpfänden, so auch die Besitztümer in Soden. Der erste Pfandbesitzer der Burg Stolzenberg war Ritter Ulrich Hoelin. 1373 wurden dessen Anteil von den Brüdern Frowin und Konrad von Hutten abgelöst. 1437 wurde Ludwig von Hutten, einer von 4 Brüdern, hanauischer Amtmann zu Stolzenberg.

Am 10. September 1528 wurde die Burg Stolzenberg an die Ritter Ludwig von Hutten zum Vorderen Frankenberg und dessen Bruder Ulrich aus der fränkischen Linie dieses Geschlechtes verkauft. Zwölf Jahre später, am 22. Mai 1540, wurden die Anteile an der Burg und alle übrigen Besitzungen im unteren Kinzigtal und im Jossagrund an den Kurfürsten und Erzbischof von Mainz, Albrecht von Brandenburg veräußert.

Der Verfall der Burg Stolzenberg war inzwischen fortgeschritten. Johann von Hutten, der Überlieferung nach wohl der letzte Bewohner der Burg, bot Fulda den Wiederaufbau der Burg aus eigenen Mitteln an, sofern er als alleiniger Lehnsherr anerkannt werde. Fulda lehnte ab, und somit war der Niedergang der Burg beschlossen. Sie verfiel immer mehr und erlitt ein ähnliches Schicksal wie so viele Mittelalterliche Burgen: sie wurde als Steinbruch benutzt.
Am 5. Mai 1734 gelang es dem Fuldaer Fürstabt Adolf von Dalberg, wieder in den Besitz der nun gänzlich zur Ruine verfallenen Burg zu kommen.

Heute ist die Burgruine Stolzenberg Eigentum der Stadt Bad Soden-Salmünster. Im Jahre 1970 wurde der Bergfried - das Wahrzeichen des Stadtteils Bad Soden - zum Aussichtsturm ausgebaut. Steigt man die 88 Treppenstufen hinauf so hat man einen herrlichen Rundblick auf Bad Soden mit dem Kurviertel, auf Salmünster, ins Kinzig- und Salztal bis zu den Ausläufern des Spessarts und des Vogelsberges.

- Quelle: Heimat- und Geschichtsverein Bad Soden-Salmünster -


 
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